FDP-Politiker besuchen den Kiebitzhof in Gütersloh

v.l.n.r.: Dr. Menke, Rainer Gellermann, Susanne Schneider, Thorsten Baumgart, Eckhard Fuhrmann
v.l.n.r.: Dr. Menke, Rainer Gellermann, Susanne Schneider, Thorsten Baumgart, Eckhard Fuhrmann

30.03.2017

„Es ist wirklich beeindruckend, wie vielfältig Ihre Tätigkeiten hier auf dem Hof sind.“ sagt Susan-ne Schneider am Ende der Besichtigung des Kiebitzhofes. Die FDP-Landtagsabgeordnete war zu einem Gedankenaustausch mit dem Geschäftsführer des Hofes, Dr. Sebastian Menke, zu Gast in Gütersloh.

Begleitet wurde die gesundheitspolitische Spre-cherin der Düsseldorfer FDP-Fraktion vom lokalen Landtagskandidaten Rainer Gellermann (Wahlkreis 95), Eckhard Fuhrmann vom Güters-loher Stadtverband der Freien Demokraten, sowie von Thorsten Baumgart, dem stellvertre-tenden Kreisvorsitzenden der Partei aus Schloß Holte-Stukenbrock.

Dr. Menke nahm sich viel Zeit, um seinen Gästen den Kiebitzhof mit seinen besonderen Herausfor-derungen näher zu bringen. Als Tochter der wertkreis Gütersloh gGmbH ist der Betrieb eine gemein-nützige Gesellschaft, in der nicht das Gewinnstreben im Vordergrund steht. Wichtigste Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz und einen geregelten Arbeitsplatz anzubieten. Sie arbeiten dabei im Team mit Menschen ohne Behinderungen zusammen und werden anhand ihrer persönlichen Stärken und Fähigkeiten eingesetzt. Es geht also um Teilhabe. Die Behinderungen, die die Mitarbeiter haben können sehr unterschiedlich sein und reichen von psychischen und geistigen bis hin zu körperlichen Beeinträchtigungen. Ziel ist es, diese Menschen wo möglich in den ersten Arbeitsmarkt  zu vermitteln, also in ein „normales“ Arbeitsumfeld in einem anderen Unternehmen. „Ich bin vermutlich der einzige Arbeitgeber, der sich freut, wenn einer seiner Mitarbeiter eine andere Stelle gefunden hat, und uns verlässt. Leider gelingt das nicht so oft, wie wir uns das wünschen.“ erläutert Dr. Menke. wertkreis Gütersloh beschäftigt insgesamt rund 2.350 Menschen von denen etwa 1.600 eine Behinderung haben.

 

Der Kiebitzhof verarbeitet viele eigene landwirtschaftliche Produkte und vermarktet diese. So werden z.B. in dem eigenen Kartoffelschälbetrieb 1.000 Tonnen Kartoffeln pro Jahr verarbeitet, 15.000 Hühner gehalten, Suppen, Gemüse und Salate produziert. Besonders stolz ist der Hof auf seine Knäckebrot-produkte, die in dieser Form beinahe einzigartig sind. Sie finden deswegen auch Abnehmer Spanien, Dubai, Dänemark und Schweden.  Natürlich werden die eigenen Produkte, die alle Bio-zertifiziert sind, sowie weitere Bioprodukte auch im eigenen Hofladen angeboten.

 

Doch das Spektrum an Geschäftstätigkeiten des Kiebitzhofes ist noch breiter: Therapeutisches Reiten in der eigenen Reithalle ist ebenso auf den Gelände möglich. Zudem werden Dienstleistungen im Garten- und Landschaftsbau und ein Hausmeisterservice angeboten.

 

„Dass Sie das alles mit dieser dünnen Personaldecke stemmen können und Ihre Produkte ohne Marketing- und Vertriebsabteilung so erfolgreich vertreiben, ist für mich fast unglaublich.“ zeigt sich Thorsten Baumgart beeindruckt.

 

Auf die Frage nach der größten zukünftigen Herausforderung antwortet Dr. Menke: „Wir müssen uns zeitnah massiv noch stärker mit einem Wohnangebot für behinderte Menschen beschäftigen.“ Man ahnt es allerdings schon fast: Ein erstes Projekt dazu ist bereits gestartet!