FDP stimmt sich auf Kommunalwahlen ein und verleiht Gründerpreis

FDP und JuLis verleihen den Gründerpreis an Alexander Brock von CLICK-IT Systems GmbH in Verl. v.l.n.r. Martin Stollberg (JuLis), Alexander Brock, Patrick Büker (FDP-Kreisvorsitzender), Thorsten Baumgart (stellv. FDP-Kreisvorsitzender)
FDP und JuLis verleihen den Gründerpreis an Alexander Brock von CLICK-IT Systems GmbH in Verl. v.l.n.r. Martin Stollberg (JuLis), Alexander Brock, Patrick Büker (FDP-Kreisvorsitzender), Thorsten Baumgart (stellv. FDP-Kreisvorsitzender)

Rund 75 Gäste konnte der FDP-Kreisvorsitzende Patrick Büker (Rheda-Wiedenbrück) anlässlich des Neujahrsempfangs der Freien Demokraten im Restaurant Amadé in Gütersloh begrüßen. In seiner Einführungsrede stellte Büker die Bedeutung der FDP für die Entwicklung des Landes heraus: „Die FDP wird gebraucht. Wir sind der Antriebsmotor für die kulturelle, wirtschaftliche und technologische Entwicklung im Land. Wir treiben die Digitalisierung zielgerichtet voran und wollen dem Klimawandel mit klugen Konzepten und technologischem Fortschritt begegnen.“

 

Angesichts der regionalen Arbeitsmarktdaten, nach denen im Kreis Gütersloh 21,5 % der Beschäftigen ungelernte Kräfte sind (im Bundesschnitt sind dies 15 %) macht Patrick Büker auf eine der großen Herausforderungen im Kreis Gütersloh aufmerksam: „Wir wollen uns für ein Bildungscluster im Kreis Gütersloh einsetzen – von der schulischen Bildung über die berufliche Bildung bis hin zur berufsbegleitenden Weiterbildung.“ Die Gütersloher CDU kritisierte Büker für ihre Abkehr vom Ausbau der B61. „Die Interessen von Pendlern werden dem Zeitgeist und schwarz-grünen Koalitionsträumen geopfert.“

 

Erstmalig hat der FDP-Kreisverband gemeinsam mit dem Kreisverband der Jungen Liberalen (JuLis) einen Gründerpreis an ein Start-Up-Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh vergeben. Dazu erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende Thorsten Baumgart (Schloß Holte-Stukenbrock) in seiner Laudatio: „Ein Unternehmen zu gründen erfordert Mut und Courage. Gründen ist immer auch ein Risiko und oft verbunden mit bürokratischen Hürden. Es ist also bequemer nicht in die Selbstständigkeit zu gehen. Dennoch gibt es diese Menschen, die für eine Idee brennen und sich und ihr Produkt verwirklichen wollen. Genau das ist der Spirit, den wir in Deutschland brauchen. Das wollen wir heute würdigen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.“

 

Der Gründerpreis wurde an das Verler Unternehmen CLICK-IT Systems vergeben. Kernprodukt des Unternehmens ist der BOB „The Bottle Buddy“. Durch dieses Produkt können 6 Getränkeflaschen auf einmal treff- und vor allem transportsicher aufgenommen, bewegt und wieder abgesetzt werden. Entgegen genommen hat den Preis Alexander Brock aus Schloß Holte-Stukenbrock, der der Erfinder des BOB ist und einer von drei CLICK-IT Geschäftsführern (neben Markus Landmann und Uwe Merschbrock).

 

Baumgart: „Was wir heute auszeichnen ist genau das, was man mit dem Begriff Start-Up sofort assoziiert: Ein Problem wird erkannt – ein Tüftler setzt sich in seinen Keller und erarbeitet eine Lösung – das Produkt nimmt Formen an und geht an den Markt. All das und noch viel mehr finden wir bei CLICK-IT. Gegründet wurde das Unternehmen 2017. Ein regelrechter Boost kam für den BOB 2018 mit einem Auftritt in der Fernsehshow „Das Ding des Jahres“. Bereits in diesem Jahr konnten alle laufenden Kosten des Unternehmens aus den generierten Umsätzen gedeckt werden. Das ist eine großartige Leistung. Aber auch das, was man dem BOB nicht direkt ansieht ist beeindruckend: Er ist zu 100 % Made in Germany. Die Verbundenheit mit der Region OWL ist klar erkennbar, denn nahezu die komplette Wertschöpfung erfolgt hier vor Ort: Produktion in Verl, Verpackungsmaterial aus Oerlinghausen, alle Werkzeuge aus einem Umkreis von 50 km. Das bedeutet kurze Wege, Flexibilität und letztlich auch eine nachhaltige Strategie. Der BOB wird an Endkunden via Online-Shop verkauft, aber auch im B2C-Bereich, also der Vermarktung an gewerbliche Nutzer, gibt es Kunden und zahlreiche Interessierte. Die Geschichte des BOB ist also noch lange nicht zu Ende erzählt.“

 

Im September finden die nächsten Kommunalwahlen statt. Die Orts- und Stadtverbände der Freien Demokraten bereiten sich bereits intensiv darauf vor. In einer Talkrunde mit drei der anwesenden Ortsvorsitzenden wurden ihre Ziele und Planungen zur Kommunalwahl vorgestellt. Susan Ehmke aus Borgholzhausen, Wolfgang Schwake aus Harsewinkel, sowie Ralph Böwingloh aus Rietberg machten deutlich, dass es bei der Kommunalwahl insbesondere auf die persönliche Ansprache ankommen wird. Es ist deutlich geworden, dass in jeder Kommune des Kreises ganz eigene Herausforderungen bestehen, auf die es Antworten zu finden gilt. Alle FDP-Orts- und Stadtverbände sind aktuell damit beschäftigt lokale Wahlprogramme zu entwickeln.

 

Als Gastredner war Arne Hermann Stopsack, Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion in der Landschaftsversammlung beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Gütersloh. Er mahnte mehr Gelassenheit und Vernunft in den aktuellen politischen Debatten an. „Es ging uns in Deutschland nie besser als heute. Früher war eben nicht alles besser, wie manche gerne sagen. Um den wichtigen Fragen der Zeit zu begegnen brauchen wir mehr Innovationen und Technologieoffenheit. Verzicht und das Aufgeben von Wohlstand sind nicht der Weg, den die Menschen gehen wollen. Insbesondere bei den Herausforderungen des Klimawandels brauchen wir mehr Vernunft in der Debatte.“ Die lokale Ebene ist für Arne-Herman Stopsack von besonders großer Bedeutung: „Vor Ort haben Sie die Chance globale Megatrends mitzugestalten. Konzepte für die Mobilität der Zukunft, die Digitalisierung und der Zusammenhalt in der Gesellschaft werden lokal gelebt. Daran können Kommunalpolitiker mitwirken.“

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