FDP-Vertreter besuchen Flüchtlings-Notunterkunft in Schloß Holte-Stukenbrock

Freie Demokraten mit Vertretern der Bezirksregierung, der Polizei und der Malteser
Freie Demokraten mit Vertretern der Bezirksregierung, der Polizei und der Malteser

Vertreter der FDP haben die Gelegenheit erhalten, beide Flüchtlings-Notunterkünfte in Schloß Holte-Stukenbrock zu besich-tigen und sich bei den Verantwortlichen vor Ort über die aktuelle Situation zu informier-en.

 

Dabei waren auf Seiten der Freien Demo-kraten mit Thorsten Baumgart und Gerhard Blumenthal die beiden Vertreter der FDP im Stadtrat von Schloß Holte-Stukenbrock ebenso anwesend wie der Vorsitzende des Kreisverbandes Gütersloh, Hermann Ludewig. Initiiert hatte den Besuch die ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium Gudrun Kopp (FDP). Die lang-jährige Bundespolitikerin ist aktuell Vorstandsmitglied des Europäischen Netzwerks der politischen Stift-ungen in Brüssel, dort zuständig für Flüchtlingsfragen.

 

In Schloß Holte-Stukenbrock werden zwei Flüchtlings-Notunterkünfte betrieben. Die sog. Zeltstadt am Emsweg kann bei Maximalbelegung bis zu 1.000 Menschen aufnehmen, die zweite Notunterkunft auf dem Gelände der Landespolizeischule, in direkter Nachbarschaft, ist für bis zu 500 Personen ausgelegt. Für beide Einrichtungen liegt die organisatorische Verantwortung bei der Bezirksregierung Detmold. Die Führung der Einrichtungen ist dabei an externe Dienstleister vergeben. Die Zeltstadt wird von der Euro-pean Home Care betreut und die Unterkunft auf dem Polizeigelände von den Maltesern. So waren auch die Ansprechpartner der Gäste Vertreter der Bezirksregierung, der European Home Care, der Malteser und der Polizei gleichermaßen.

 

Für die Politiker überraschend war die Tatsache, dass beide Einrichtungen derzeit nicht voll belegt sind. Die freien Kapazitäten werden aber im Hinblick auf den nahenden Winter bewusst vorgehalten, um im Notfall weiteren Menschen Unterkunft bieten zu können. Obdachlosigkeit in jedem Fall zu vermeiden steht dabei im Vordergrund.

 

Die Herkunft der Flüchtlinge ist in beiden Einrichtungen vergleichbar: Die meisten Menschen stammen aus Bürgerkriegsgebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Nur wenige Menschen aus der Balkanregion sind vor Ort. Zudem sind zahlreiche Familien mit Kindern unter den Flüchtlingen in SHS. Die Lage ist in beiden Einrichtungen nach Auskunft der Verantwortlichen sehr ruhig und stabil. Lediglich wenige Einzelfälle hat es gegeben, bei denen Konflikte unter den Flüchtlingen aufgetreten sind. „Diese beiden Unterkünfte gehören zu den ruhigsten, die ich kenne.“, sagt Torben Blome, Vertreter der Bezirksregierung Detmold.

 

Beeindruckt zeigten sich die Betreiber vom Maß der Hilfsbereitschaft und des ehrenamtlichen Engage-ments der Bürger in SHS und Umgebung, welches insbesondere in der Anfangsphase der Einrichtungen eine große Hilfe war und immer noch ist. Bisher sind Konflikte im Umfeld der Notunterkünfte nach Wissen der Betreiber nicht aufgetreten. Die Stimmung ist grundsätzlich positiv zu bewerten.

 

„Der Besuch war für mich sehr beeindruckend. Dieser direkte Einblick ist mir wichtig, um den Menschen in der Stadt Rede und Antwort stehen zu können, wenn es um die Unterkünfte in Stukenbrock-Senne geht. Beide Unterkünfte machen einen sehr guten Eindruck. Die Einrichtung auf dem Polizeigelände ist aus meiner Sicht etwas sehr besonderes. Die Flüchtlinge finden hier eine sehr gute Infrastruktur vor und kommen mit Uniformierten in Kontakt. Sie machen dabei die Erfahrung, dass die Polizei Freund und Helfer ist – anders als oft in den Herkunftsländern. Gleichzeitig kommen auch die Polizeischüler in Kontakt mit diesen Menschen aus vollkommen fremden Kulturkreisen. Dass ist eine Bereicherung - eine echte Win-Win-Situation.“ sagt Thorsten Baumgart.

 

Auf dem Gelände der Zeltstadt wird demnächst eine mobile Röntgenstation regelmäßig Station machen. Dadurch werden Kapazitäten der umliegenden Krankenhäuser entlastet, in denen bisher das Röntgen vorgenommen wird.

 

„Beide Einrichtungen bieten in Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen vor Krieg und Terror geflohen sind, einen wirklich hohen Versorgungsstandard. Man muss aber auch sehen, dass die Lage in vielen Kommunen nicht so komfortabel ist, was die Versorgung der zugewiesenen Menschen angeht.“ gibt Hermann Ludewig zu bedenken. Hier müssen die Lokalpolitiker Land und Bund immer wieder in die Pflicht nehmen, was die Finanzierung der Kosten angeht.

 

„Gut ist, dass die Bewohner in die alltäglichen Arbeitsabläufe eingebunden werden und sich so nützlich machen können. So wird Eigenverantwortung und Beschäftigung gefördert. Dass die European Home Care und die Malteser den Flüchtlingen diese Möglichkeiten bieten, in dem z.B. bei der Essensausgabe und ähnlichem geholfen werden kann ist gut durchdacht und der richtige Weg.“ findet Gerhard Blumenthal.

 

Gudrun Kopp: „Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge ist nicht allein mit Kosten verbunden, sondern sie stellt auch ein echtes Konjunkturprogramm dar, das erhebliche Steuereinnahmen bringt und hunderte von zusätzlichen Arbeitsplätzen in OWL schafft. Gerade im Handwerk, z.B. Baugewerbe, Sanitär oder im Servicebereich, wie Catering und Security, gibt es hohen Personalbedarf.“

 

Die Freien Demokraten sind dankbar für diesen Einblick in die professionelle und engagierte Arbeit aller Beteiligten sowie die Informationen aus erster Hand. Beide Einrichtungen geben den Bewohnern offenbar die Chance, nach strapaziöser Flucht zur Ruhe zu kommen. Insbesondere die Kinder scheinen hier wieder Kinder sein zu können.

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